| Über die Künstlerin Niki de Saint Phalle |
Niki de Saint Phalle, eine Malerin und Plastikerin, die 1930 in Frankreich geboren wurde, kam als Autodidaktin nach einem psychischen Zusammenbruch durch „künstlerische Selbsttherapie“ zur Malerei. Sie entwickelte aus ihrer anfangs verzweifelten und später selbstbewusst zweifelnden Haltung gegenüber den verhärteten Bildklischees, dem kirchlichen moralischen Druck und den Zwängen der patriarchalischen Gesellschaft ihre eigene künstlerische Arbeit. |
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| So begann sie 1960 mit ihren ersten Schießaktionen auf mit Farbbeutel präparierte Bilder, die sie selbst als einen Akt der Selbstbefreiung von aufoktroyierten Kunstvorstellungen und als Weg in eine neue, ganz eigene Kunst empfand. In einem durch diesen destruktiven Akt entstandenem Freiraum schuf sie Ungeheuer, Monster, aus Comics entlehnten Gestalten und aus Mythen verschiedener Kulturen geborene Figuren. |
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| 1964 entstanden die ersten Nanas. Sie sind sinnenfreudige, knallbunte Riesenfrauen aus Stoff und Polyester, die nicht mehr allein von Aggressivität, sondern von Freundlichkeit, Erotik, Humor und Wärme bestimmt sind. | |
| Niki de Saint Phalle sieht ihre Nanas als Vorboten eines neuen matriarchalischen Zeitalters, die mit den Fruchtbarkeitsgöttinnen alter Kulturen verwandt sind. | |
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| Niki de Saint Phalles Plastiken sind allgemeinverständlich, populär und sprechen auch jüngere Kunstbetrachter durch ihre Farbenvielfalt leicht an. | |
| Die farbenfreudige, kräftige und humorvolle Erotik ihrer Nanas ist aus sich heraus erfassbar und für Heranwachsende leicht zugänglich. | |
| Gerade für Schüler im Grundschulalter ist die sexuelle Entwicklung, die sie, nun beginnend, am eigenen Körper erfahren, ein wichtiges Thema, mit dem sie sich auch in ihrer Freizeit und mit Freizeitmedien ( z.B. der Zeitschrift „Bravo“) auseinandersetzen. | |
| Durch den Bau der üppigen, ausgeprägt geschlechtlich geformten Figuren werden die Heranwachsenden in einer offenen und freien Entwicklung ihrer eigenen Sexualität unterstützt. | |
| Gesellschaftlich gewachsene Vorurteile gegenüber dickeren Körperformen werden abgebaut. | |
| Letzte Aktualisierung am 30.07.2001 |